Die Diagnose von Haarausfall

Da Haarausfall normalerweise mit freiem Auge deutlich erkennbar ist, ist für Haarausfall bei Männern und Frauen im Allgemeinen kein Test erforderlich. Wenn bei einem jungen Mann ohne Familienanamnese ein Haarausfall auftritt, kann etwa Medikamenteneinname die Ursache sein.

Einfacher Pull-Test

Der Pull-Test hilft bei der Beurteilung des diffusen Haarausfalls der Kopfhaut. Bei einer Gruppe von Haaren wird auf drei verschiedene Bereiche der Kopfhaut eine sanfte Zugkraft ausgeübt. Die Anzahl der extrahierten Haare wird gezählt und unter einem Mikroskop untersucht. Normalerweise sollten mit jedem Zug weniger als drei Haare pro Bereich herauskommen. Wenn mehr als zehn Haare erhalten werden, wird der Pull-Test als positiv bewertet.

Testen durch Zupfen

Der Zupftest wird durchgeführt, indem die Haare an den Wurzeln herausgezogen werden. Die Wurzel des gezupften Haares wird unter einem Mikroskop untersucht, um die Wachstumsphase zu bestimmen und wird verwendet um einen Defekt von Telogen, Anagen oder einer systemischen Erkrankung zu diagnostizieren. Telogenhaare haben winzige Zwiebeln ohne Scheiden an den Wurzeln. Das Telogen-Effluvium zeigt bei der Untersuchung einen erhöhten Anteil an Haaren. Anagenhaare wiederum haben Scheiden an ihren Wurzeln. Anagen-Effluvium zeigt eine Abnahme der Haare in der Telogenphase und eine erhöhte Anzahl von abgebrochenen Haaren. Bei unsicherer Diagnose wird eine Kopfhautbiopsie durchgeführt. Eine Biopsie erlaubt die Unterscheidung zwischen Narben- und Nichtnarbenformen. Haarproben werden aus entzündeten Bereichen entnommen, normalerweise um den Rand der kahlen Stelle. Tägliche Haarzählungen werden normalerweise durchgeführt, wenn der Zugtest negativ ist. Dazu wird die Anzahl der verlorenen Haare gezählt. Die Haare vom ersten Morgen beim Kämmen oder beim Waschen sollten gezählt werden. Die Haare werden 14 Tage in einer durchsichtigen Plastiktüte gesammelt. Die Stränge werden aufgezeichnet. Wenn die Anzahl verlorener Haare bei über 100 pro Tag steht, wird dies als standardabweichend angesehen. Eine Außnahme stellt das Waschen der Haare dar, wo die Anzahl verloren gehender Haare bis zu 250 betragen können. Die Trichoskopie ist eine nicht-invasive Methode zur Untersuchung von Haar und Kopfhaut. Der Test kann mit einem Hand- oder Videodermoskop durchgeführt werden. Es ermöglicht in den meisten Fällen die Differentialdiagnose von Haarausfall.

Besondere Untersuchungsmethoden bei Frauen

Es gibt zwei Arten von Identifikationstests für weibliche Glatzenbildung: Die Ludwig-Skala und die Savin-Skala. Beide beobachten den Fortschritt der diffusen Ausdünnung, die typischerweise an der Krone des Kopfes hinter dem Haaransatz beginnt und sich allmählich verstärkt. Bei Haarausfall nach männlichem Muster misst die Hamilton-Norwood-Skala den Verlauf eines zurückgehenden Haaransatzes oder einer sich ausdünnenden Krone bis hin zu einem hufeisenförmigen Haarring um den Kopf und danach die vollständige Glatze. In fast allen Fällen von Ausdünnung und insbesondere bei schwerem Haarausfall wird empfohlen sich von einem Arzt oder Dermatologen beraten zu lassen. Viele Arten der Ausdünnung haben eine genetische oder gesundheitliche Ursache, die von einem qualifizierten Fachmann diagnostiziert werden sollte.